Helikoptergeld (Ein Ausweg aus der Krise?)

Einer der wichtigsten Entwicklungen in unserem Bereich ist die Entwicklung einer neuen Sicht auf die Aufgaben einer Zentralbank. Speziell in einer Krise die sich nun schon seit 7 Jahren hinzieht benötigen wir alternative Denkansätze.
Betrachten wir uns zuerst einmal die Geschichte des FED-Systems in den USA.

USA (das FED)
Die Geschichte des Federal Reserve System ist nunmehr schon 102 Jahre alt. Und sie durchlief sehr unterschiedliche Phasen.
1913 – 1933  unklare Leitung (NY Fed unter Strong und Harrison bestimmte weitgehend die FED Politik
1933/35 – 1978  „Fiskaldominanz“  (Die Notenbank wird von der Politik des Finanzministerium dominiert)
 1979 – heute „Finanzdominanz“ (Die Notenbank ist weitgehend Erfüllungsgehilfe des Finanzsektors)
seit 2007/08  Das FED betritt Neuland mit QE und weiteren unkoventionellen Maßnahmen
Eine neue Sicht auf eine andere Krisenlösung entwickelt sich:
Seit geraumer Zeit entwickeln einige Forscher wie Adair Turner (mit tw. Bezug auf Richard Werner) u.a.Alternativen zu QE (Geldpolitik) und Austerity. Sie brechen Tabus und diskutieren jetzt die Frage nach der Monetarisierung der Staatsschulden über die Zentralbankbilanz und dem direkten Einsatz von Geld durch die Notenbank in den Wirtschaftskreislauf (indirekt über eine Entwicklungsbank oder direkt als Helikoptergeld an die Bürger).
Warum benötigen wir einen neuen Weg?
a) sowohl der Weg über das bestehende Kreditgeldsystem, welcher uns in die Krise führte und speziell die weltweite gigantische private Überschuldung verursachte. Diese schulden wandern jetzt durch die Bilanzen  – von Privat – über den Staat -zur Zentralbank.
b) noch der Weg einer weiteren Staatsverschuldung (Fiskalpolitik) sieht zur Zeit vielversprechend aus. Zumindest solange das Weltfinanzsystem so organisiert ist wie heute( Kapitalaufnahme der Staaten auf dem freien globalisierten Kapitalmarkt).
Japan konnte eine Quote von 250 % nur deshalb erreichen weil 95% von Inländern gehalten wurden und man Überschüsse produziuerte. Ander Länder wären von den Märkten längst abgestraft worden.
c) Es bleibt für jeden Staat, mit souveräner Regierung und souveräner Zentralbank der Weg direkt Geld (ohne private Geschäftsbanken oder Staatsschuldenaufnahme) in unser Wirtschaftssystem zu bringen.
Norbert Häring macht dazu bemerkenswerte und von mir voll unterstützte Vorschläge, die ihr euch hier anschauen könnt.
Lord Adair Turner sagte bei seinem Vortrag am 26.02. in FFM mit einer 80% warscheinlichkeit die Monetarisierung der Staatsschulden über die Zentralbankbilanz voraus. Zuerst in Japan. Der logische zweite Schritt ist dann der Einsatz von Helikoptergeld:
Hier eine Zusammenfassung von Gerald Braunberger im FAZIT Blog:
Ich habe schon frühzeitig diese Spur aufgenommen wie die Leser dieses Blogs wissen.
Mit Richard Werner (den Film “ The Princess of the Yen“ habt ihr hoffentlich mittlerweile alle gesehen) über das Denken von Lord Turner bis zu den Gedanken von  Norbert Häring.
Mark Dittli von F.u W. aus der Schweiz schrieb im November 2014 nachdem er einen Vortrag von Lord Turner gehört hatte.
„Ein radikale und estreme Position gewiß, aber vielleicht letzlich die einzige die uns aus dieser Krise führen könnte.“
Es ist jetzt soweit, daß diese Gedanken einen logischen Kern bilden, der eine echte Alternative zu der bestehenden Politik bildet. (Besser als eine zunehmend brutalere Transformation von Gesellschaften im Interesse des Globalen Finanzkapitals)
Die Zentrale Institution ist die Zentralbank. Sie muss in einer demokratischen Gesellschaft mit Ihrer Gewaltenteilung so eingesetzt werden das es einer Mehrheit von Menschen besser und nicht immer schlechter geht. Wie genau das institutionell geschehen soll. Darüber müssen sich noch einige kluge >Köpfe > Gedanken machen. Aber die Aufklärung über die Alternative kann jetzt beginnen.
Es wurde in der Geschichte schon einige male mit Erfolg so gemacht. Wir sollten es nur vergessen. Es führt auch aus dem Problem Keynsianismus versus Neoklassik (Neoliberalismus) heraus. Wir betreten dann politisch ein neues Terrain.
Bald mehr zu diesem Thema.
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