Die Plünderung Irlands – ein Stück in 7 Akten

Immer mehr Details der Rettungsmaßnahmen um die Anglo Irish Bank kommen diese Tage in die Öffentlichkeit. Es ist mittlerweile der größte jemals festgestellte Skandal in der Geschichte Irlands und er bekommt jeden Tag eine größere europäische Dimension.

Züricher Tagesanzeiger: Zitat:

Erst war es der grösste Bankrott Irlands. Jetzt ist es der grösste Skandal. Die Telefonate von Managern der Anglo Irish Bank zeigen, mit welchen Tricks die Banker den Staat erpressten, belogen und fast ruinierten.

Der Zusammenbruch der Anglo Irish Bank war die grösste Firmenpleite Irlands. Er kostete die irischen Steuerzahler mehr als 30 Milliarden Euro. Damit verantwortete die Bank fast die Hälfte der Kosten des Bankenkollapses 2008. Seitdem taumelt das Land von Krise zu Krise: Ein Sparprogramm folgt dem nächsten.

Dazu verlor der irische Staat seine Souveränität. 2010 musste er ein Hilfspaket von 67 Milliarden Euro bei der EU annehmen. Nun diktieren die Gläubiger das Budget. Seit Anfang Woche veröffentlicht der «Irish Independent» stückweise die Gespräche der Irish-Anglo-Manager aus den Krisentagen. Aufgenommen wurden sie von der automatischen Telefonmittschnittanlage der Bank. Schon jetzt gelten sie als der grösste Skandal, den Irland gesehen hat. Denn sie zeigen, wie eine Handvoll Banker ihren Staat belügen, erpressen und über den Tisch ziehen. Der Ruin eines Landes wird zum Kammerspiel.

Besonders pikant ist die unterschiedliche Sichtweise der Regierung und Zentralbank Irlands und den Entscheidern in der Anglo Irish Bank zu den Rettungsmaßnahmen:

Am 30. September beschloss die irische Regierung unter Premier Brian Cowen, sämtliche Bankschulden unlimitiert zu übernehmen. Der Blankocheck ruinierte nicht nur die irischen Staatsfinanzen (die Staatsschulden explodierten in drei Jahren von 24 auf 109 Prozent des BIP). Sondern führten auch zu Ärger in Europa. Man fürchtete dort, dass «die Bankgarantie missbraucht» würde. Man sah Cowens Garantie als Trick, dass nun deutsche und britische Banken ihre Gelder nun im sicheren Irland parkieren würden. Die irische Bankaufsicht dagegen fürchtete genau das Gegenteil: dass Irland durch diese Gelder aufgekauft würde. Die Verantwortlichen der Anglo Bank waren hingegen erfreut.

Quelle:

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Die-Pluenderung-Irlands–ein-Stueck-in-nobr7-Aktennobr/story/23072100

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